Innere Achtsamkeit - Der Autopilot

Im alltäglichen, normalen Leben befinden wir uns in einem Zustand, den man mit Jon Kabat-Zinns Worten als „Autopiloten Modus“ bezeichnen könnte. So reagieren wir beispielsweise beim Fahrrad- und Autofahren automatisch auf die verschiedensten Reize. Wir halten uns somit im Gleichgewicht mit eingeschliffenen Verhaltens- und Denkmustern, ohne uns über diese bewusst zu sein.

Was uns bei diesen Prozessen spontan meist angemessen reagieren lässt, ist sehr wertvoll, da niemand besonders weit damit käme, jede Aktion des Alltags vor ihrer Ausführung bewusst zu bedenken, beurteilen und zeitaufwändig zu entscheiden. In Begegnungen mit anderen und in unserem eigenen Lebensgefühl legen uns diese automatisch ablaufenden Prozesse jedoch oft auf erprobte, eingeschliffene Muster fest.

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Achtsamkeitübung - Der innere Beobachter

Bei der Achtsamkeitsübung treten wir aus unserem Alltagsbewusstsein heraus indem wir unsere Aufmerksamkeit uns selbst im Hier und Jetzt unseres Körpers zuwenden. Was spüre ich jetzt gerade an meinem Körper, welche Körperstellen treten hervor, wie fließt der Atem in mich hinein und wieder heraus. Was empfinde ich gerade, welchen Gedanken und Themen hänge ich gerade nach usw. Dies sind Achtsamkeitsübungen, durch die sich das „Hintergrundrauschen“ unserer Gedanken soweit verringern lässt, dass davon verdeckte Körpersignale, Stimmungen und Gefühle wahrgenommen werden können. Bei wiederholter Übung solcher Achtsamkeitspraxis kann sich die Position eines „inneren Beobachters“ ausbilden, der wertfrei und neugierig zuschaut, was sich gerade zeigen will.

Therapeutische Beziehung bei der Achtsamkeit

Der wichtigste Faktor für eine erfolgreiche Therapie ist die Beziehung zwischen Therapeut/in und Klient/in. Auch das hat die Wissenschaft in den letzten Jahren richtungsübergreifend für psychologisches Handeln festgestellt. Beziehungen auf der Grundlage von Achtsamkeit kennzeichnet ein langsames, anteilnehmend-neugierig forschendes Vorgehen, in dessen Rahmen jedes Denken und Fühlen des Klienten wohlwollend willkommen geheißen wird. Dies gibt den Raum sich sich selbst zuzuwenden, ohne den Druck, anders werden zu müssen. Es gibt keine Vorlieben, wie Klient/innen sein oder werden sollen. Dies meint der Begriff der Gewaltlosigkeit in der Hakomi-Therapie. Die in den individuellen, einzigartigen Lebensstrategien auftauchende Abwehr wird gewürdigt und sogar unterstützt, um so Selbstheilungsprozesse des Klienten einzuladen.

Achtsamkeit in der Praxis

So wird zum Beispiel eine in Achtsamkeit von dem Klienten/der Klientin bemerkte verspannte Körperhaltung nicht etwa „korrigiert“, sondern im Gegenteil: neugierig, forschend wird nach Absprache mit dem Klienten dessen Energieaufwand, den er zum Einnehmen seiner/ihrer individuellen Haltung aufwendet vom Therapeuten genauso abgenommen. Nur durch das dadurch mögliche Loslassen des eigenen Energieaufwands kann die Klientin spüren, welche Geschichte in dieser Haltung verkörpert ist.  Dies ruft oft Bilder und Erinnerungen an Erlebnisse hervor, die diese Haltung einstmals sinnvoll machten, sodass sie bis heute wie selbstverständlich beibehalten wurde. Nun kann sie bewusst gesehen, verstanden und bearbeitet werden.

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