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Über das Buch „Verteidigung des Menschen“ von Thomas Fuchs

Über das Buch "Verteidigung des Menschen" von Thomas Fuchs

In seinem Buch „Verteidigung des Menschen“ unternimmt Thomas Fuchs den Versuch, „den Menschen“ gegenüber trans- und posthumanistischen, konstruktivistischen neurobiologisch begründeten Definitionen zu verteidigen.

Der Leitgedanke seiner Argumentation ist die Bedeutung des Leibes, „der ich bin“, gegenüber dem „Körper, den ich habe“. Dieser, mein Körper, wird neuerdings wieder mehr und mehr als ein von meinem Geist, meiner Seele getrenntes „Gerät“ angesehen, das sich verbessern bzw. überwinden läßt. Künstliche Intelligenz, die der menschlichen überlegen ist(im Schach- oder Go-Spiel etc.), Mikrochips, die Gehirnleistungen verbessern, und erst recht die Auffassung, das Ich-Bewußtsein und alles, was wir wirklich nennen bestünde ohnehin nur aus chemisch fundierten Neuronen Signalen im Hirn und deren komplexer Vernetzung, – was sich wiederum in naher Zukunft durch Algorithmen (besser) nachbauen und sogar unsterblich machen ließe, – sind nur einige Beispiele hierfür.
Demgegenüber verweist Fuchs auf die Leiblichkeit und Lebendigkeit, die für uns als Personen unabdingbar ist: unser Bewußtsein und unser Geist, unsere personale Identität sitzen nicht jeweils an irgendeiner Stelle im Gehirn, sondern sind im spürenden, atmenden Leib verkörpert. Wie wir gehen, stehen, liegen sprechen und schweigen, unser gesamter Habitus, drückt uns aus und ist Ausdruck unseres „wir –selbst-seins“.

Und weiter: gelernt wird dieser Ausdruck nur im lebendigen Kontakt mit anderen Menschen. Als Neugeborene, anders als Tiere nicht mit Instinkten ausgestattete Wesen, sind wir zum Überleben und Hineinleben in die uns umgebende Welt unbedingt auf den körperlichen Kontakt mit anderen Menschen angewiesen. Nur über diesen Kontakt können wir lernen: „Nur als verkörperte, leibliche Wesen sind wir (für uns und füreinander) wirklich. Eine Kommunikation oder Empathie zwischen Hirnen gibt es nicht…“

Es geht heute wieder darum, den Menschen als ein Lebewesen aus Fleisch und Blut zusehen, und nicht als zweigeteiltes Wesen aus Geist und Körper:“ Auch eine ökologische Neubestimmung zur irdischen Umwelt wird nur gelingen, wenn in ihrem Zentrum unsere Leiblichkeit und Lebendigkeit – als Verbundenheit mit der natürlichen Mitwelt- steht. Nur wenn wir unseren Leib bewohnen, werden wir auch die Erde als bewohnbar erhalten können“.
(alle Zitate aus: Thomas Fuchs, Verteidigung des Menschen. Grundfragen einer verkörperten Anthropologie. stw 2020).

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Über das Buch „Klima“ von Charles Eisenstein:

Über das Buch "Klima" von Charles Eisenstein

Eisenstein beschreibt dort seine Vorbehalte gegen die Klimaschützer, die ihren Kampf für den Erhalt der Umwelt gänzlich auf CO2 Emissionswerte stützen. Er erklärt plausibel, daß deren rein auf Zahlen und Meßwerten, –  und damit auf der Prämisse der Quantifizierbarkeit der Welt und des Lebens -, beruhende Argumentationen dem gleichen Lebens- und Weltverhältnis entstammen, die diese Krise erst hervorgebracht hat. Die Klimakrise ist nur ein Teil der größeren Krise, die in der Art der Beziehung der Menschen zur Welt, ihrer Umwelt, begründet ist.

Es geht also nicht darum, das Leben so fortzusetzen, – nur mit „grüner Energie“, und um „Wachstum mit Nachhaltigkeit“. Nachhaltigkeit und Wachstum sind nicht miteinander vereinbar. Es geht darum, achtsam auf die Erde, die Welt und das Leben zu schauen, so wie wir Körperpsychotherapeuten achtsam auf den Körper oder Leib schauen. So werden wir hören, was er uns sagen will,  und uns zeigen, was er braucht. 

Es beeindruckt mich, dass er dem gegenüber ausdrücklich von Liebe und Schönheit spricht, deren Wert nicht meßbar ist, und die in ihrer fundamentalen Wichtigkeit für Menschen erst wieder entdeckt werden müssen.

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