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Achtsamkeit

“Achtsamkeit und die Weisheit des Körpers”

“Achtsamkeit und die Weisheit des Körpers”

Zwei Berliner Therapeuten wählten Sóller als Ort der Begegnung für ihr dreitägiges Seminar vom 3. bis 5. Mai dieses Jahres.

Achtsamkeit Geist und Körper - Die Bucht von Port de Sóller
Die Bucht von Port de Sóller lädt zu Strandspaziergängen ein.

Mallorca, 22. Januar 2019. Als Robinson auf seiner Insel landete, besaß er nichts mehr außer einiger angeschwemmter Utensilien. Alles, worauf er zurückgreifen konnte, war sein Erfahrungsschatz, der ihm half, seine Welt neu zu erschaffen.

Wir alle haben im Laufe unseres Lebens Erfahrungen gesammelt, die es uns ermöglichen, uns in der Welt zurechtzufinden und auch in einer neuen Umgebung zu (über-)leben. Wenn wir auf die Welt kommen, bringen wir nichts mit außer einer Liebes- und Beziehungsfähigkeit, die mal mehr, mal weniger Resonanz findet. Prägend ist unser Kontakt zur Familie, in die wir hineingeboren werden, oder zu ersten Bezugspersonen. Über sie lernen wir, was Nähe ist, was Geborgenheit und wie willkommen wir sind. Wir lernen ohne den Verstand, sondern einzig über den körperlichen Kontakt, über Blicke und über Stimmungen.

Wie gestaltet sich die Nähe zueinander in der Familie, warm und haltend oder kühl, rein technisch versorgend? Wie ist die Stimmung der Eltern untereinander? Kommen sie gut miteinander aus oder gibt es ständig Spannungen? Sind wir als Kind eine Freude oder eine Last? Das alles erspüren wir mit dem ganzen Sensorium unseres Körpers, es ist sozusagen die erste „Sprache“, die er zu verstehen lernt.

Auf dieser emotionalen Ebene gestaltet sich die Welt als eine freundliche, in der man selbst willkommen ist, oder eine feindliche, in der der eigene Platz nicht sicher ist, mit allen Schattierungen zwischen diesen beiden Positionen. Es entsteht eine Landkarte der Welt, anhand derer wir uns bewegen lernen. Wir handeln und reagieren darin ganz automatisch.

 

Astrid Peacock ist Körperpsychotherapeutin und Heilpraktikerin für Psychotherapie mit einer Praxis in Berlin.

Die Körperpsychotherapeuten Astrid und Mike Peacock laden in ihrem Seminar auf Mallorca dazu ein, einen Blick darauf zu werfen, wie wir uns organisiert haben. In jüngerer Zeit hat die Neurowissenschaft belegt, dass Körper und Geist nicht voneinander getrennt sind, sondern dass unsere unbewußten Erfahrungen und unser Körper eng miteinander verbunden sind. „Der Körper ist die Bühne der Gefühle, auf der unsere Emotionen auftreten die aus dem Unbewussten kommen,“ schreibt der portugiesische Neurowissenschaftler Antonio Damasio 1999 in seinem Buch “Descartes Irrtum”.

Die Hakomi-Körperpsychotherapie, die Grundlage des neuen Seminars in Sóller ist, integrierte bereits in den 70er Jahren die Achtsamkeit als wesentlichen Bestandteil. Mit ihrer Hilfe wird die wohlwollende Beobachtung und der Kontakt zur unmittelbaren Erfahrung der Körperempfindungen, der Gefühle und Gedankenwelt möglich. Mithilfe von Achtsamkeit kommt man weg vom reinen „über etwas reden oder spekulieren“ und sofort „ins Hier und Jetzt“.

Astrid und Mike Peacock bieten in ihrem Seminar einfache und doch erstaunlich wirkungsvolle Übungen an, um die Teilnehmer in Kontakt mit den eigenen Grundüberzeugungen zu bringen, die, jenseits von richtig oder falsch, gut oder schlecht, die Lebensstimmung und die Lebensführung beeinflussen. Ihr Workshop ist so gestaltet, daß für jeden etwas Neues, bisher Unbedachtes, erscheinen kann. Es finden sich Antworten auf Fragen, die der Verstand bisher nicht einmal in Erwägung gezogen hat. Im engeren Kontakt mit dem Körper und dem Herzen erlangt jeder Teilnehmer neue Wahlmöglichkeiten für seine Art, in der Welt zu sein.

 

Achtsamkeit von geist und Körper - Mike Peacock
Mike Peacock nutze die ruhigen Januartage zum Location-Scouting in Sóller.

Die gemeinsame Arbeit ist respektvoll und wertschätzend. Achtsamkeit als vor allem nicht-wertende Haltung erlaubt es, neugierig zu sein auf das, was sich zeigen will. Hier geht es auch um eine Entdeckungsreise zu der Frage: Wie kann ich zu meinen noch unentdeckten Kraftquellen und meiner Lebenslust kommen?

Achtsamkeit — der Körper & das Unbewußte
„Wie wir über unseren Körper mit unserem lebendigen Selbst in Beziehung treten können“ heisst das dreitägige Seminar von Astrid und Mike Peacock im Herzen von Sóller auf Mallorca von Freitag, den 3. bis Sonntag, den 5. Mai 2019, von 10 bis 13 Uhr und 16 bis 19 Uhr.

Der Veranstaltungsort Ca‘n Fabrice im “Tal der Orangen” ist ein großzügiges Loft in einer ehemaligen Textilfabrik, es bietet neben dem Gruppenraum mit Küche und Garten drei große Doppelzimmer, die gebucht werden können.

Kosten: 320 Euro (Frühbucherrabatt bis 8 Wochen vorher: 290 €)

 

In relaxter Loft-Atmosphäre mitten im Ort findet sich Zeit zum Kennenlernen und Arbeiten.

Über die Therapeuten Astrid Peacock, geboren 1958, ist Heilpraktikerin für Psychotherapie mit einer Praxis für Körperpsychotherapie in Berlin. Sie arbeitet als Hakomi-Therapeutin mit Fortbildung in Trauma- und Paartherapie und bietet Einzel-, Paar- und Gruppen-Beratung. Kontakt und Seminarbuchung: www.paarberatung-berlin.eu

Mike Peacock, geboren 1956, ist Heilpraktiker für Psychotherapie mit einer Praxis für Körperpsychotherapie (Hakomi) in Berlin. Er arbeitet unter anderem mit Gruppen und im Hospiz. Kontakt: www.leibundkoerper.de

Text: Astrid Peacock & Birgit Unger für DeluxeMallorca.com

 

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Sinn und Zweck der Achtsamkeit

Sinn und Zweck der Achtsamkeit

Jede grundlegende Erfahrung, die in der frühen Kindheit gemacht wurde, ist eine körperliche und vollzieht sich im Kontakt mit unseren ersten Bezugspersonen. Über sie und nur über sie lernen wir was Nähe ist, was Geborgenheit, was genährt werden heißt und was willkommen sein oder aber das Gegenteil all dessen. Wie später bei der buchstäblichen Muttersprache lernen wir im Umgang mit diesen unseren ersten Bezugspersonen wie es sich anfühlt, auf der Welt zu sein.

Kernanschauungen sind Worte/Sätze, die aus der Verkörperung unserer frühen Erfahrung entstehen. 
Wenn wir zum Beispiel die Grundanschauung haben: „Ich bin nicht genug“, so ist uns dies vielleicht niemals gesagt worden. Wir haben dann aber die Erfahrung gemacht, dass die Welt so ist, dass wir in ihr „nicht gut genug sind“. 
Wir wachsen, wie wir gesehen haben, anders als Tiere nicht in eine für uns spezifische, sondern in eine von vielen möglichen Welten hinein. Wenn sich diese einmal etabliert hat, ist sie für uns selbstverständlich, eine Welt der Gewissheit, die uns Orientierung und Halt gibt. In ihr ist (möglichst) alles erwartbar an seinem Platz, und macht Sinn, auch wenn wir uns in ihr nicht wohlfühlen. Und unsere Kernanschauungen, die unsere selbstverständliche Welt ja erst mitgestalten, gehören dazu. In unserem Beispiel könnte der Satz: „Du bist auf alle Fälle genug“ nicht angenommen werden, ohne dass sich das gesamte Selbst- und Weltbild ändern oder zumindest verschieben müsste. Daher stehen davor Barrieren, obwohl natürlich unsere Sehnsucht dahin geht.

Um diese Anschauungen erst erfahrbar und spürbar zu machen, bietet sich die achtsame, neugierige Erforschung des körperlichen und emotionalen Erlebens an. Erfahren Sie mehr über das Themengebiet Achtsamkeit.

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