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Achtsamkeit

Sinn und Zweck der Achtsamkeit

Sinn und Zweck der Achtsamkeit

Jede grundlegende Erfahrung, die in der frühen Kindheit gemacht wurde, ist eine körperliche und vollzieht sich im Kontakt mit unseren ersten Bezugspersonen. Über sie und nur über sie lernen wir was Nähe ist, was Geborgenheit, was genährt werden heißt und was willkommen sein oder aber das Gegenteil all dessen. Wie später bei der buchstäblichen Muttersprache lernen wir im Umgang mit diesen unseren ersten Bezugspersonen wie es sich anfühlt, auf der Welt zu sein.

Kernanschauungen sind Worte/Sätze, die aus der Verkörperung unserer frühen Erfahrung entstehen. 
Wenn wir zum Beispiel die Grundanschauung haben: “Ich bin nicht genug”, so ist uns dies vielleicht niemals gesagt worden. Wir haben dann aber die Erfahrung gemacht, dass die Welt so ist, dass wir in ihr “nicht gut genug sind”. 
Wir wachsen, wie wir gesehen haben, anders als Tiere nicht in eine für uns spezifische, sondern in eine von vielen möglichen Welten hinein. Wenn sich diese einmal etabliert hat, ist sie für uns selbstverständlich, eine Welt der Gewissheit, die uns Orientierung und Halt gibt. In ihr ist (möglichst) alles erwartbar an seinem Platz, und macht Sinn, auch wenn wir uns in ihr nicht wohlfühlen. Und unsere Kernanschauungen, die unsere selbstverständliche Welt ja erst mitgestalten, gehören dazu. In unserem Beispiel könnte der Satz: “Du bist auf alle Fälle genug” nicht angenommen werden, ohne dass sich das gesamte Selbst- und Weltbild ändern oder zumindest verschieben müsste. Daher stehen davor Barrieren, obwohl natürlich unsere Sehnsucht dahin geht.

Um diese Anschauungen erst erfahrbar und spürbar zu machen, bietet sich die achtsame, neugierige Erforschung des körperlichen und emotionalen Erlebens an.

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